"Alles wird gentrifiziert!" So lautet das Motto der Stadt Zürich in der Stadtentwicklung - Dagegen wehren wir uns!
Gut ein Jahr nachdem das Kesselhaus der EWZ am Letten zum zweiten Mal besetzt und kurze Zeit später geräumt wurde, bekleckert sich der linke Stadtrat schon wieder nicht mit Ruhm, wenn es um Besetzungen in Wipkingen geht. Schlimmer noch sie kooperieren sogar bereitwillig mit der SVP. Einer Aussage des Tiefbauamts in einem Tages-Anzeiger-Artikel nach plant die Stadt Zürich das Postgebäude zu kaufen und für Verkehrsberuhigende Massnahmen abzubrechen. An dessen Stelle soll ein Platz für die Quartierbevölkerung entstehen. Ähnliches fordert aktuell auch die SVP in einer Motion im Gemeinderat, welches der Stadtrat als Postulat bereit ist entgegenzunehmen. Dagegen wehren wir uns bestimmt und stehen ein für eine Stadt für alle!
Der perfide Plan des Tiefbauamtes der Stadt Zürich ist es, unter dem Vorwand, den Wipkingerplatz an die Ansprüche eines Quartierzentrums und Fussgänger*innenbereichs anzupassen das Postgebäude zurückzukaufen und abzubrechen. In einem zweiten Schritt nach dem Kauf soll der Platz dann aufgewertet werden. Aufwerten bedeutet auch immer gentrifizieren, denn ohne zum Beispiel einen Bodenpreisdeckel werden die Mieten im ohnehin schon teurem Wipkingen noch weiter ansteigen. «Die Gentrifizierung unserer Stadt würde weiter angetrieben werden und die Stadt verliert einer ihrer letzten alternativen und unkommerziellen Räumen.», sagt Thyl Fueter, Vorstandsmitglied der JUSO Stadt Zürich.
Als Vorbild wie das «Quartierzentrum» aussehen könnte, soll je nachdem wer gefragt wird der Paradeplatz dienen. Dies würde bedeuten, dass sich der neue Wipkingerplatz schlussendlich nicht nach den Interessen der Anwohner*innen richtet, sondern allein nach Interesse des Kapitals gestaltet wird. Es scheint so, als sollten Räume in einer wachstumsorientierten Stadt nur wohlhabenden Menschen, Banken und grossen Firmen vorbehalten sein. Also Personen und Institutionen, welche sich dank ihrem Reichtum die horrenden Mieten leisten können. Das Absurde daran, dieses Vorgehen wird gestützt von der linken Mehrheit im Stadtrat. Wie auch von gewissen linken Gemeinderät*innen.
Wir fordern die linken Parteien im Gemeinderat dazu auf, nicht auf die Träumen der SVP für eine Stadt der reichen einzugehen, sondern sich klar für den Erhalt von unkommerziellen Kulturräumen einzusetzen und sich gegen einen Abbruch und eine Auflösung der besetzten Post auszusprechen.
Thyl Fueter (Vorstandsmitglied)
Jan Suter (Vorstandsmitglied)