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Bezirksrat folgt der Autolobby

Der Zürcher Bezirksrat folgt den Automobilverbänden und erklärt die Initiative «Züri Autofrei» für ungültig. Die JUSO ist entsetzt über den Entscheid, der Stadtbevölkerung dieses demokratische Grundrecht zu entziehen. Sie prüft die nächsten rechtlichen Schritte.

 

Der Bezirksrat der Stadt Zürich hat heute seinen Beschluss zur Initiative «Züri Autofrei» bekannt gegeben. Nachdem der Gemeinderat der Stadt Zürich im Frühling die Initiative «Züri Autofrei» für gültig erklärt hatte, zogen Bürgerliche Verbände und der Automobilclub den Entscheid an den Bezirksrat weiter. Sie wollten verhindern, dass die Stadtbevölkerung über diese Initiative abstimmen kann. Der Bezirksrat folgt ihnen nun und entscheidet damit sehr mutlos. Das einzige Argument bleibt weiterhin, dass die Initiative gegen übergeordnetes Recht verstosse und deshalb nicht umsetzbar sei.

Die JUSO Stadt Zürich hat vor der Lancierung der Initiative ein Gutachten durch die unabhängige Rechtsanwältin Ursula Ramseier vornehmen lassen. Dieses Gutachten hält klar fest, dass «Züri Autofrei» den Gültigkeitsanforderungen einer Volksinitiative entspricht: Die Einheit der Materie bleibt gewahrt, sie ist nicht offensichtlich undurchführbar und im Initiativtext ist klar vermerkt, dass Bundesrecht und kantonales Recht zu wahren sind.

Lara Can, Co-Präsidentin der JUSO: «Wir sind entsetzt über diesen undemokratischen Entscheid.» Innerhalb von vier Monaten haben 3500 Leute die Initiative unterschrieben und damit bezeugt, dass sie sich eine Abstimmung zum Thema wünschen. Dass die Bürgerlichen Verbände und die Autofreunde diese Abstimmung verhindern wollen, zeugt von ihrem verkehrten Demokratieverständnis. «Die Stadtbevölkerung hat das Recht, über diese Forderung abzustimmen», so Nicola Siegrist, Co-Präsident der JUSO Stadt Zürich und Vorsteher des Initiativkomitees. «Der Bezirksrat kniet hier vor der Autolobby und verhindert eine zukunftsorientierte Diskussion über Verkehr.»

Die JUSO Stadt Zürich steht in Kontakt mit den Vertreter*innen des Gemeinderats und prüft einen Weiterzug des Falls zum nächsthöheren Gremium.

NEIN zu den Luxuswohnungen der Credit Suisse

Veröffentlicht im P.S.-Magazin am 06. September 2018

Zürich hat im März eine linke Mehrheit ins Parlament gewählt. Und nun ist es Zeit, in die Offensive zu gehen. Das heisst: Für gemeinnützige Wohnungen zu kämpfen und gegen die geplanten Luxustürme der Credit Suisse auf dem Hardturmareal Widerstand zu leisten.

Die Delegierten der SP Stadt Zürich haben das Projekt «Ensemble» des Stadtrats zurecht abgelehnt und fordern mittels der Lancierung einer Initiative den Bau eines Hardturm-Stadions ohne Luxuswohnungen der Credit Suisse. Dank der Initiative soll über den Bau des Stadions entscheiden werden ohne der Grossbank dafür ein Zugeständnis machen zu müssen. Die Initiative erscheint mir vor allem aus zwei Gründen wichtig. Erstens verzögert sich der Bau eines neuen Hardturm-Stadions seit über 15 Jahren. Mit dem Projekt des Stadtrats könnte sich diese Verzögerung noch um viele weitere Jahre verlängern, da Anwohner*innen in Höngg bereits juristische Schritte geplant haben, falls die Türme gebaut werden sollen. Das Risiko besteht also, dass man den Status Quo aufrechterhält – der ja genau niemanden wirklich zufriedenstellt. Denn obwohl Zürich mit dem Letzigrund ein modernes Fussballstadion besitzt, ist das Stadion mit wöchentlichen Fussballspielen, Leichtathletik-Anlässen sowie kulturellen Veranstaltungen und Konzerten überlastet.

Zusätzlich ist das Hardturmstadion aber aus einem viel wichtigeren Grund ein Politikum, nämlich aufgrund der geplanten Wohnhäuser. Doch konsequent linke Politik sieht definitiv nicht wie das Projekt «Ensemble» aus. Dieses gutzuheissen würde bedeuten, der Credit Suisse mit einer überrissenen Rendite von 5.7 Prozent ein Milliardengeschenk zu machen. Und das kann nicht im Interesse der Zürcher Wählerinnen und Wählern stehen – denen während dem Wahlkampf 10‘000 neue gemeinnützige Wohnungen während der laufenden Legislaturperiode versprochen wurden. Bezahlbarer Wohnraum ist äusserst rar in der Stadt Zürich, das ist uns allen bewusst. In den nächsten vier Jahren können wir dies ändern, Land aufkaufen und Druck auf die Privaten ausüben. Deshalb ist es enorm wichtig, für die Initiative der SP einzustehen und in einem zweiten Schritt für die gemeinnützigen Wohnungen auf dem Hardturmareal zu kämpfen. Die Gemeindeordnung sieht vor, dass bis im Jahr 2050 jede dritte Mietwohnung in Zürich gemeinnützig ist. Dafür muss jetzt gekämpft werden.

Nathan Donno, Vorstandsmitglied JUSO Stadt Zürich

Vorwärtsmachen

Erschienen im P.S.-Magazin am 29.06.2018, Resolution in voller Länge

Vor drei Monaten habe ich in dieser Zeitung meinen Senf zu den Stadtzürcher Wahlen abgegeben. Die parlamentarische Linke muss die Möglichkeiten nutzen, welche ihr die Stimmbevölkerung eröffnet hat. Ohne Fortschritt in den nächsten vier Jahren wird die Linke – insbesondere die SP – wohl abgestraft. Wir, die JUSO Stadt Zürich, möchten die Diskussion um das «wie» jetzt führen. Zuhanden der Delegiertenversammlung der Sozialdemokratischen Partei haben wir deshalb eine Resolution mit sieben Forderungen eingereicht, welche eine Basis für den oben genannten Fortschritt bilden sollen.

Was wollen wir?

Wir wollen einheitliche, kostenlose und gute Vorbereitungskurse für das Gymnasium und die Berufsschule, welche allen Schüler*innen zur Verfügung stehen.

Wir wollen ein Jugendzentrum, wo die Stadtzürcher Jugend ohne Konsumzwang ihre Zeit verbringen kann. Ein Raum, den sie selber gestalten kann. Ein Freiraum.

Wir wollen ein Ticketsystem bei Polizeikontrollen. Racial Profiling existiert und es ist ein Problem.

Wir wollen eine gute Gesundheitsversorgung, die in öffentlicher Hand bleibt und demokratisch kontrolliert wird. Sie darf etwas kosten. Gesundheit ist ein Recht und hat nicht nach Profitinteressen zu funktionieren.

Wir wollen eine adäquate Vertretung von Frauen* in Gemeinde- und Stadtrat. Frauen* machen 50% der Bevölkerung aus. Eine Frauen*-quote von 50% ist notwendig und längst zeitgemäss.

Die Mieten in der Stadt sind kaum noch bezahlbar. Der Bau von bezahlbarem Wohnraum läuft langsamer als notwendig. Wir wollen ein Vorkaufsrecht für die Stadt, damit diese genügend Boden und Immobilien kaufen und diese dem Profitzwang entziehen kann.

Menschen, die in Zürich wohnen, wollen hier mitbestimmen können. Wir wollen, dass sie das tun können und wollen deshalb endlich das Ausländer*innenstimmrecht.

Kurz kann man es auch folgendermassen formulieren: Wir wollen, dass die Probleme und Unzufriedenheiten der Menschen in dieser Stadt angepackt werden. Wir wollen aufzeigen können, dass nur die linke Politik tatsächlich für die Menschen da ist.

Natürlich, solche Resolutionen haben immer einen begrenzten Rahmen. Unsere Forderungen sind deshalb auch nicht als umfassend oder optimal zu verstehen. Wenn diese umgesetzt sind, haben wir einen Schritt getan, sind jedoch noch nicht annähernd dort, wo wir hinwollen und schlussendlich hinmüssen. Der Kapitalismus bleibt. Die Umweltzerstörung bleibt. Die Ausbeutung bleibt. Die bürgerliche Demokratie bleibt. Rassismus und Sexismus bleiben. Es ist jedoch ein Anfang, von welchem aus wir weiterarbeiten können. Es wäre schön, würde die Linke und in dieser die SP diesen Anfang machen. Bis in knapp vier Jahren das nächste Parlament seine Arbeit beginnt, haben wir 1400 Tage. Wir bleiben dran.

Nicola Siegrist

PS: die Resolution wurde von den Delegierten der SP angenommen!

Resolution in voller Länge

JUSO wird ePrix verhindern

Diesen Sonntag fand in Zürich der ePrix statt, ein Elektroautorennen. Die JUSO findet, dieser Anlass stehe konträr zur angestrebten Verkehrspolitik und zum Ziel der Nachhaltigkeit. Sie wird alles daran setzen, ein allfälliges Folgerennen 2019 zu verhindern.

Seit einigen Tagen wird die Zürcher Innenstadt für den ePrix umgebaut. Verkehrsinseln wurden abgebaut, es wurden Bäume gefällt und hunderte Sicherheitsabschrankungen aufgebaut. Der Zürcher Stadtrat sagte vor einigen Monaten, Zürich könne sich mit dem ePrix der ganzen Welt fortschrittlich und positiv präsentieren. Die JUSO Stadt Zürich teilt die Sicht des Stadtrates nicht. Ein Rennen wie der ePrix, das vornehmlich Marketingstrategien dient und dabei nicht nachhaltige Mobilität, sondern das Autofahren in den Vordergrund stellt, steht im Gegensatz zu einer fortschrittlichen Verkehrspolitik, welche die Stimmbevölkerung seit Jahren fordert. «Elektroboliden, die mit 220 km/h durch die Innenstadt rasen, tragen nichts zur Lösung des Umwelt- und Verkehrsproblems bei.», so Nicola Siegrist, Co-Präsident der JUSO Stadt Zürich «Autos, egal ob benzin- oder batteriebetrieben, sind energieineffizient und brauchen zu viel Platz in der Stadt.»

Für die JUSO ist wenigstens erfreulich, dass die Kosten für das Rennen von den Organisator*innen getragen werden. Dennoch bleibt es untragbar, dass die Stadtbevölkerung für diesen Millionenanlass hinhalten muss. Tagelanger Baulärm mitten in der Nacht, versperrte Durchgangswege für die Quartierbewohner*innen und fehlende Mitbestimmung sind nur einige der aufgekommenen Kritikpunkte. Sollte ein Autorennen tatsächlich notwendig oder gewollt sein, muss es ausserhalb der Stadt, auf dafür geeigneten Flächen durchgeführt werden. Die Zürcher Innenstadt soll nicht für eine Werbekampagne für Autos herhalten müssen. Lara Can, die Co-Präsidentin der JUSO dazu: «Die JUSO wird sich vehement dafür einsetzen, dass der ePrix nächstes Jahr nicht mehr in der Stadt Zürich stattfinden kann. Die Verkehrsprobleme lösen wir nicht mit mehr Autos, sondern mit Ansätzen wie unsere Initiative Züri Autofrei.»

Diese befindet sich momentan im Bezirksgericht. Nachdem der Gemeinderat sie für gültig erklärt hat, reichten verschiedene Wirtschafts- und Automobilverbände Rekurs dagegen ein.

Ein Zürich für alle

JUSO-Kolumne im P.S.-Magazin vom 31. Mai:

Es wurden politische Diskussionen geführt, gefeiert, gelacht und Konzerte gehalten. Am vergangenen Wochenende besetzten mehrere hundert Aktivist*innen den Platzspitz und setzten unter dem Slogan „Parc sans frontières“ ein klares Zeichen gegen Zwangsmassnahmen im Asylbereich.

Der Platzspitz ist heute noch ein Symbol für eine missliche Drogenpolitik, staatliche Repression und Ausgrenzung der sozial Schwachen. Die Drogenpolitik der Neunziger hat die damaligen Probleme bloss verlagert, statt sie zu beheben. Denn als in den Neunzigern der Platzspitz zur verbotenen Zone erklärt wurde, löste der Staat das Problem der zahlreichen Drogensüchtigen nicht, sondern hielt es vor der Öffentlichkeit fern, um dem Stadtbild nicht zu schaden. Obschon die Drogenpolitik kein Politikum mehr scheint, herrschen noch immer restriktive Betäubungsmittelgesetze. Der Platzspitz wird nachts noch immer geschlossen. Solch repressive Massnahmen zeigen sich auch in der Migrationspolitik. Durch das Bild des „kriminellen Ausländers“ werden grundlegende Menschenrechte wie die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung dürfen ihre Gemeinde nicht verlassen. Verstossen sie gegen diese Auflage, müssen sie mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Vorläufig Aufgenommene müssen in unterirdischen Unterkünften übernachten. Nebst dem wurde ihnen auf kantonaler Ebene die Sozialhilfe gestrichen. Es ist beschämend, dass in einem Land wie der Schweiz, welches sich durch einen enorm hohen Wohlstand auszeichnet, Menschen unter solchen Bedingungen leben müssen. Der „Parc sans frontières“ bildete ein Gegenmoment zur kantonalen, nationalen und europäischen Migrationspolitik. Ausnahmsweise waren alle Menschen am Platzspitz willkommen geheissen, gleichgültig welche Passfarbe sie besitzen. Es wurde ein konsumfreier Raum geschaffen. Mittels Brillen und Schnäuzen wurden politische Statements gegen Mario Fehr gesetzt, welcher als Vorsteher der Sicherheitsdirektion für die menschenverachtende Migrationspolitik mitverantwortlich ist.

Die friedliche Besetzung hat gezeigt, dass die Bevölkerung Zürichs Veränderungen will. Die linksgrüne parlamentarische Mehrheit muss in der jetzigen Legislaturperiode handeln, um ein Zürich für alle zu schaffen, in der nicht die Herkunft über die Lebenschancen bestimmt. Falls sie das nicht tut, wird sie in vier Jahren dafür abgestraft.

 

Nathan Donno
Vorstandsmitglied JUSO Stadt Zürich

Parolen für die städtischen Abstimmungen vom 10. Juni

Am 10. Juni stimmt die Stadtzürcher Stimmbevölkerung gleich über 10 Vorlagen ab. Die JUSO Stadt Zürich hat an ihrer Jahresversammlung folgende Parolen dazu beschlossen:

 

01: JA – „Tageschule 2025“

02: JA zur Vorlage „Gemeinnütziger Wohnungsbau auf dem Koch-Areal

03: NEIN zur Volksinitiative „Wohnen und Leben auf dem Koch-Areal“

04.1: JA zur Volksinitiative „Freier Sechseläutenplatz“

04.2: NEIN zum Gegenvorschlag „Sechseläutenplatz“

04.3: Stichentscheid: Initiative

05: JA – Vorlage „Gartenareal Dunkelhölzli mit Erneuerung Wirtschaftsgebäude“

06: JA – Vorlage „Bürogebäude Eggbühlstrasse 21/23/25“

07: JA – Vorlage „Neue kommunale Wohnsiedlung Herdern“

08: JA – Vorlage „Ausbildungszentrum Rohwiesen“

09: JA- Vorlage „Areal Herdern-, Bienen- und Bullingerstrasse“

10: NEIN – Vorlage  „Grundstück Mühleweg“

 

Kantonal: 2x NEIN, siehe www.juso.org

 

National: JA zur Vollgeldinitiative, NEIN zum Geldspielgesetz

Für weitere Nachfragen kontaktieren sie uns per Mail via vorstand@jusozueri.ch oder per Telefon.

Hüsser schlägt SVP

Die JUSO-Stadtratskandidatin Nina Hüsser erreicht ein beachtliches Resultat. Die Jungpartei fordert die SP auf, ihre Versprechungen nun einzuhalten.

Die Stadtratskandidatin der JUSO Stadt Zürich Nina Hüsser hat bei den heutigen Wahlen mit knapp 14’000 Stimmen ein beachtliches Resultat erreicht. Im Kreis 3 sowie in den Kreisen 4 und 5 konnte sie sogar die Kandidierenden der SVP hinter sich lassen. Das gute Resultat sieht die JUSO als Bestätigung für den engagierten Wahlkampf, den sie in den vergangenen Monaten geführt hat. Dazu Lara Can, Co-Präsidentin der JUSO: «Wir konnten etliche junge Menschen in den Wahlkampf einbinden und politisieren. Die Politik der JUSO findet gerade auch bei Jüngeren grossen Anklang.»

Rund 15% der Zürcher Stimmbevölkerung hat Nina Hüsser auf ihren Wahlzettel geschrieben. Es zeigt sich, dass auch konsequent linke Positionen und radikale Forderungen in Zürich ankommen. Nina Hüsser dazu: «13’987 Menschen haben mir heute ihre Stimme gegeben – und damit gesagt, dass sie eine junge, radikale, antikapitalistische Feministin als ihre Stadträtin haben wollen. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind!»

Die JUSO Stadt Zürich ist erfreut über den Linksrutsch, den Zürich am Sonntag gemacht hat. Links-Grün hat nun die Möglichkeiten, die aufgestellten Forderungen umzusetzen. Die JUSO erwartet, dass die starke Position auch tatsächlich zum Wohl der Stadtbevölkerung genutzt wird. «Die SP hat im Wahlkampf viele Versprechungen gemacht. Nun müssen diese umgesetzt werden!», so Nicola Siegrist, Co-Präsident der JUSO Stadt Zürich.

Die JUSO bleibt dran.