Autofreies Zürich – mehr als eine Vision

Hier bestimmst du die nächste JUSO-Initiative: Zum Online-Voting

In der Stadt Zürich verzichtet jeder zweite Haushalt auf ein eigenes Auto1. 75% aller Wege werden ohne das persönliche Auto zurückgelegt1. Rund 52% der Stadtbewohner besitzen sogar ein Abonnement für den Öffentlichen Verkehr1. Bezüglich nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität ist die Stadt Zürich eine der nationalen und globalen Vorreiterinnen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass hier auch Forderungen wie grossflächige Tempo-30-Zonen, günstigerer ÖV und verkehrsberuhigte Quartiere auf viele offene Ohren stossen. Vor einigen Jahren wurde sogar die Städteinitiative von Umverkehr angenommen, mit dem Ziel, den langsamen Verkehr gegenüber dem MIV zu stärken. Die etablierten linken Parteien sind hocherfreut und geben sich mit dieser eindeutigen aber langsamen Entwicklung zufrieden.
Deshalb wollen wir einen Schritt weiter gehen. Im eVoting, welches die JUSO Stadt Zürich erstellt hat, damit jeder und jede Stadtzürcher_in mitentscheiden kann, was unser nächstes Initiativprojekt sein soll, ist eine der drei Forderungen diejenige nach einem Autofreien Zürich. Was die meisten anderen als kindliche Träumereien abtun, sehen wir als Chance für die Limmatstadt. Von einem Zürich ohne Autos profitieren nicht nur Velokuriere und Autolose, sondern die ganze Stadt. Die Vision Zürich Autofrei steht nämlich auf einer soliden argumentantiven Grundlage.

Für uns und die Umwelt

Seit Jahrzehnten warnt die Wissenschaft vor den Konsequenzen der Klimaerwärmung. Da die Mobilität einen grossen Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen ausmacht, braucht es auch hier nachhaltige Veränderungen. Eine Verlagerung des individuellen Motorverkehrs in Richtung Langsamverkehr und ÖV bringt dabei grosse Einsparungen beim Energieverbrauch und Schadstoffausstoss. Der Öffentliche Verkehr hat erwiesenermassen einen mehrfach kleineren ökologischen Fussabdruck als das persönliche Auto im Feierabendstau. Da sich
Zudem gehörten Smogglocken über der Stadt der Vergangenheit an. Überschreiten wir heute noch mehrmals jährlich die Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdiooxid, dürfte dies in einem autofreien Zürich kein Problem mehr darstellen. Unsere Lungen und diejenigen unserer Kinder werden danken.

Platz für über 600 Fussballfelder

Mit dem Verbannen von Autos aus der Stadt Zürich würden wir extrem viel Platz gewinnen. In der Stadt gibt es rund 260‘000 Parkplätze, davon 50‘000 in öffentlicher Hand. Sollten diese nicht mehr durch herumstehende Fahrzeuge blockiert werden, könnten sie anderweitig benützt werden. In den Quartieren gäbe es Flächen für neue Grünflächen und Begegnungszonen, Cafés und Restaurants hätten die Möglichkeit, Tische und Stühle hinauszustellen, für Fussgänger, Velofahrer und den ÖV entstünden neue Räume. Auch wo jetzt mehrspurige Strassen die Stadt durchschneiden, ist Potenzial vorhanden. Ein Central mit Bäumen und Bänken statt brummenden Blechkisten wäre allen lieber. Die Westtangente als Quartierstrasse mit Tram und Flaniermeile böte dem Quartier einen enormen Mehrwert. Der Hauptbahnhof mit einem riesigen Platz rundherum, genial für Fussgänger und Velofahrer, Touristen und Pendler, könnte ein Leuchtturm nachhaltiger Stadtplanung darstellen. Insgesamt nimmt die Fläche für den Verkehr rund ein Viertel der städtischen Siedlungsfläche ein. Ein Traum, was wir allein mit einem Bruchteil dieses Raumes zusammen verwirklichen könnten.

Weniger Unfälle

Zwischen Fussgängern, Velofahrern und Automobilisten herrscht in Zürich ein zwiespältiges Verhältnis. Für Velofahrer, bei welchen die Stadt seit immer schon anderen europäischen Städten hinterher hinkt, sowie Fussgänger stellen die Autos eine grosse Gefahrenquelle dar. Jährlich sind rund 1300 Unfälle mit Verletzten und Todesopfern dem MIV zuzuschreiben, weit mehr als dem ÖV. In einem Autofreien Zürich hätten nichtmotorisierte die Monster auf Rädern nicht zu fürchten. Es gäbe weniger Gehupe und Geschrei auf den Strassen und viele Verletzungen und sogar Todesopfer könnten verhindert werden.

Klar Ausnahmen

Für alle die jetzt bereits mit Einwänden kommen: Selbstverständlich wird es für das Gewerbe, für Rettungsdienste, Carsharing, unvermeidbare Transporte und andere, Ausnahmeregelungen geben müssen. Schlussendlich werden wir eine Lösung finden, die alle glücklich machen kann.
Das wichtige ist, dass wir uns bewusst machen, wie viel Lebensqualität die Menschen der Stadt Zürich dazugewinnen können. Von einem Autofreien Zürich profitieren alle, von jung bis alt, vom Seefeld nach Schwammendingen.

1 Mikrozensus Verkehr und Mobilität 2010, Bundesamt für Statistik und Raumentwicklung
2 Unfallstatistik der Stadt Zürich 2008-2010

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