Ein Plädoyer für den Hafenkran

In Zürich steht ein Hafenkran. Kaum errichtet, polarisiert unser neuestes Monument gewaltig – Die JUSO Stadt Zürich fordert: Stehen lassen!

In der aktuellen Debatte um den Hafenkran beweist die Kunst selbst ihre eigene Notwendigkeit: Sie steht für Wandel, für Offenheit und für Fortschritt.
Die bitteren Reaktionen der hiesigen Konservativen zeigen, dass die Provokation geglückt ist und somit die gesamte Konfrontation längst überfällig war.
Einmal mehr wird deutlich, wie wichtig die öffentlich finanzierte Kulturförderung ist. Kultur sorgt für gesellschaftlichen Zusammenhalt, eine zwingende aber unangenehme Selbstreflexion und die Bereitstellung geistiger Freiräume. Zugleicht stellt sie sich in ihrer natürlichen Fortschrittlichkeit auch all jenen selbsternannten Bewahrern entgegen, die ihr desinteressiertes Misstrauen gegenüber der Allgemeinheit in die verheerende bürgerliche Abbaupolitik münden lassen.
Kultur, und in ihrer Ausgestaltung auch der Hafenkran, spiegelt das gestalterische Urbedürfnis des Menschen wieder, die Welt nicht in der Handschrift der effizienten Funktionalität, sondern mit der Brillanz des Hintergedankens zu prägen.

Wie einst der Eiffelturm in Paris wird der Hafenkran wohl bald trotz aller Anfeindungen fest als neues, mondänes Wahrzeichen in das unveränderlich geglaubte Stadtbild aufgenommen werden – ihn wieder abzubauen, wäre darum ein trister Schildbürgerstreich und ein bedenklicher Sieg des langweiligen und doch so banal-gefährlichen Sozialabbaues.

Darum lässt sich den Unkenrufen, die im Hafenkran verbundene Ausgaben im Kontext einer Spardebatte sehen, nur eines entgegnen: Die Demontage des Service Public ist grundfalsch und nicht nachhaltig. Ressorts finanziell gegeneinander auszuspielen ist genauso schädlich, da dadurch eine Berechtigung im Kaputtsparen der Öffentlichkeit hingenommen wird.

Überhaupt sieht finanzpolitische Verantwortung anders aus: Die Investition wurde bereits getätigt, fahren wir jetzt gemeinsam die Dividende ein, kulturell und touristisch!
Beweisen wir zusammen, dass sich die Stadt Zürich nicht fürchtet vor dem Fremden und dem Neuen, sondern dass Zürich selbst modern und offen ist! Der Hafenkran ist das beste Beispiel dafür.

Zürich braucht Wandel – Menschen brauchen Kultur!

 

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